SpritzenWir haben das teuerste Drogenersatzprogramm pro Kopf, für das wieder einmal der österreichische Steuerzahler aufkommen darf. Ob die Abhängigen zur Abstinenz geführt werden, darf aus guten Gründen bezweifelt werden.

Seit bald 20 Jahren können Heroinsüchtige am so genannten „Drogenersatzprogramm“ teilnehmen. Dabei werden den Süchtigen Heroinersatzmedikamente in Form von Opiumabkömmlingen oder künstlichen Morphinderivaten verordnet, um den Teufelskreis Drogenabhängigkeit – Verschuldung - Beschaffungskriminalität zu durchbrechen. So weit, so gut.

Kostenexplosion

Auf Geheiß der Politik haben die bereits maroden Sozialversicherungsträger für die Kosten dieses Programms aufzukommen. Auch viele EU-Staaten haben ähnliche Programme, aber es wäre nicht Österreich, wenn man sich hierzulande nicht die (pro Teilnehmer gerechnet) teuerste Variante der Substitution leisten würde. Gemäß gut informierter Quelle betragen die Medikamentenkosten etwa € 27 Mio. im Jahr für ca. 14.000 Substitutionspatienten. Zu den Medikamentenkosten kommen Kosten für ärztliche Betreuung, Ambulanz- und Spitalskosten, sowie Aufwendungen für Sozialarbeit und weitere Leistungen. Allein die Substitutionskosten belaufen sich auf das vier- bis fünffache der Medikamentenkosten des Durchschnittsbürgers. Während nämlich weltweit für die Substitution das synthetische, kostengünstige Methadon sehr wohl ausreicht, hat Österreich auf Druck der Pharmaindustrie - und befördert von der Blauäugigkeit der medizinischen Fachleute - Opioide in Form kostspieliger Originalpräparate in Verwendung. Bedauerlicherweise sind diese Substitutionsmedikamente aber auch Objekt der Begehrlichkeit vieler Süchtiger und finden sich immer häufiger an einschlägigen Orten (wie dem Wiener Karlsplatz) zum illegalen Verkauf wieder. Die Politik ist jedoch nicht Willens, diesen Missbrauch einzudämmen, und kritische Stimmen werden mit sozialromantischen Totschlag-Argumenten zum Schweigen gebracht. Nähme sich unsere Gesundheitspolitik das vielzitierte Finnland, wo praktisch nur Methadon verordnet werden kann, zum Vorbild, könnten sich die Krankenkassen und ihre Versicherten einiges ersparen und gegebenenfalls ihr Geld für wichtigere Investitionen verwenden. Hinzu kommt, dass das vom Gesetzgeber erdachte Drogenersatzprogramm anfänglich noch die totale Abstinenz des Süchtigen als Therapieziel hatte, dieheimischen Gesundheitsexperten jedoch mittlerweile von einer Totalabstinenz abgekommen sind und stattdessen den lebenslangen Drogenersatz propagieren. Was bedeutet das?

Abhängigkeit anstelle von Abstinenz

Allein in Wien erhielten im Jahre 2011 regelmäßig 7090 Patienten ihren Drogenersatz. Laut Statistik sind von diesen 7090 lediglich 2700 Personen im Berufsleben stehend oder in AMS-Kursen, der Rest besteht aus Sozialhilfe-Empfängern, Pensionisten, Arbeitslosen, Karenzierten, etc. Keineswegs aktive, berufstätige Beitragsleister - was sie bei fortgesetzter Abhängigkeit statt erreichter Abstinenz wahrscheinlich auch nie mehr sein werden. Der Staat ist vom Arzt zum Dealer geworden.

 

Criticus (red)

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